Zum Inhalt springen

Lukas Ungefug

Lukas Ungefug

Lukas Ungefug war zu Beginn des Stipendiums frisch aus dem Abitur, als er anfing Mathematical Data Science in Göttingen zu studieren. Seine allgemeine Hochschulreife absolvierte er im Jahr 2019 in Wilhelmshaven. Im Folgenden finden Sie nicht nur sein Rückblick auf das Bachelor- sowie Masterstudium, sondern ebenfalls das Interview, welches wir zu Beginn seines Studiums in Semester drei mit dem gerade 20-jährigen Ungefug führten. Der von Herrn Ungefug verfasste Bericht zeigt, wie dieser sich in den Jahren entwickelte, seine Ziele verfolgte und auch Hürden aus Umwelt und Studium erfolgreich meisterte.

Lukas Ungefug
Die Zeit des Bachelorstudiums

Im Bachelor in Mathematical Data Science habe ich hauptsächlich die Grundlagen der höheren Mathematik und Informatik studiert. Außerdem habe ich mich in der nichteuklidischen Geometrie, also Räume, welche eine Krümmung enthalten, wie zum Beispiel die Oberfläche einer Kugel, und der multivariaten Statistik vertieft. Die Herausforderung war vor allem, die mathematische Sprache zu verstehen und selbst zu benutzen, da diese sehr präzise ist und fast jedes Wort Relevanz hat. Ich bin froh, dass ich schon zu Beginn ein paar Kommilitonen kennengelernt habe, mit denen ich gemeinsam die aufwendigen Übungsblätter bearbeiten konnte und die Themen lernen konnte. Denn ich finde, dass es wichtig ist, sich mit anderen auszutauschen, da man dann auch sieht, dass man nicht der Einzige ist, der den Inhalt herausfordernd findet. Meine Bachelorarbeit habe ich dann über Bézierkurven auf Rotationsflächen verfasst, mit denen man „glatte“ Kurven anhand von selbst gewählten Kontrollpunkten generieren kann. Zwischenzeitlich ereignete sich leider auch die Corona-Pandemie, welche eine zusätzliche Hürde im Studium war. Denn die Präsenzlehre wurde durch Online-Vorlesungen ausgetauscht, was zum einem dafür führte, dass die Qualität der Lehre etwas nachlies, wobei meine Universität das Problem trotz dieser Herausforderung recht gut löste. Zum Anderen haben die sozialen Kontakte darunter leider gelitten. Aber ich bin froh, dass ich das nun hinter mir habe.

Master in nichteuklidischer Statistik – Die Zeit des Studiums kommt zum finalen Abschluss

Im Master habe ich im Grunde meine beiden Vertiefungsrichtungen des Bachelorstudiums, die nichteuklidischen Geometrie sowie die multivariaten Statistik, kombiniert. Dies tat ich um mich in der Zeit meines Masters in nichteuklidischer Statistik zu vertiefen. Ich fand den Schwerpunkt interessant, da man damit Statistik mit Dingen betreiben kann, wo man das zuerst nicht vermutet hätte. Zum Beispiel ist es damit dann möglich, die durchschnittliche Form von Fingerabdrücken oder auch sogenannten Lebensbäumen der Phylogenetik, welche Abstammungsverhältnisse von Lebewesen beinhalten, zu bestimmen. Vor allem fand ich es interessant, wie man Geometrie und Statistik kombinieren kann. Außerdem habe ich auch Vorlesungen zu Machine und Deep Learning besucht, da mich neuronale Netze interessiert haben und ich die Theorie dahinter verstehen wollte. In der Masterarbeit habe ich dann ein statistisches Modell für ein Experiment der Biophysik entwickelt und ausgewertet. Dies war eine interessante Erfahrung, da das Modell schon recht komplex war, und ich recht viel ausprobieren musste, damit das ganze überhaupt funktionierte. Nebenbei habe ich zusätzlich eine Zeit lang als Tutor gearbeitet, da ich auch diese Seite der Lehre erleben wollte. Das war schon sehr interessant, da ich in einem Semester Studierende bei deren Projektarbeiten unterstützen durfte. Insgesamt bin ich mehr als zufrieden mit der Wahl meines Studiengangs und ich konnte sehr viel über interessante Bereiche und Theorien lernen. Ich bin außerdem dankbar für die Unterstützung von der Gerd Möller-Stiftung, da ich mich so mehr auf das Studium fokussieren konnte, was ich vor allem während der Pandemie sehr zu schätzen wusste.

Wie alles Begann – Ein Rückblick über die ersten Einblicke von Herrn Ungefug

Wie bist du auf die Gerd Möller-Stiftung aufmerksam geworden? 

In der elften Klasse hatten wir eine Jahrgangsversammlung. Im Anschluss an diese hat der Oberstufenkoordinator vier Leute aus dem Jahrgang zu sich gerufen und uns über die Gerd Möller-Stiftung und unsere möglichen Chancen bei dieser informiert. 

Was hat sich für dich durch das Stipendium geändert? Wo unterstützt es dich? 

Vor allem werde ich finanziell unterstützt, weshalb ich mir keinen Job suchen muss und ich mich voll und ganz auf mein Studium konzentrieren kann. Eine Arbeitsstelle möchte ich mir dennoch in späteren Semestern suchen. So kann ich später auch Erfahrungen als Tutor vorweisen. 

Über welche Dauer geht dein Stipendium?

Das Stipendium finanziert Stipendiat*innen über die Regelstudienzeit des jeweiligen Studiengangs. In meinem Fall beträgt dies sechs Semester. Wenn die Noten im Anschluss gut sind, wird auch das Masterstudium finanziert. In meinem Fall würde ich gern ein Master of Science in Mathematik oder in Data Science studieren.  

Was für Voraussetzungen musstest und musst du erfüllen? 

Zu Beginn des Bewerbungsprozesses musste ich mich schriftlich bei der Stiftung bewerben. Anschließend gab es ein Vorstellungsgespräch in dem ich mich der Stiftung noch einmal persönlich vorstellte. Während des Semesters ist es Pflicht, einen Bericht über den Inhalt und Ablauf meines Semesters zu schreiben. Dabei bin ich auch dazu angehalten, mein Semester zu reflektieren. Der Bericht umfasst eine Länge von maximal zwei Seiten. 

Was hast du nach deinem Studium vor? Wie sieht dein weiterer Werdegang aus? 

Mein weiterer Werdegang hängt von meiner Wahl des Themenschwerpunktes ab. Momentan tendiere ich zur Numerik. Ich würde später gern, also im Anschluss an meinen Master als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Forschung unterstützen. Wie es danach weitergeht, weiß ich aber noch nicht.